Schwarzkümmelöl

Pflanzenherkunft
Der Schwarzkümmel ist eine Gewürzpflanze aus der Familie der Hahnenfussgewächse, die bis zu 50 Zentimeter hoch wächst und hellblaue bis weiße Blüten trägt. Die Blätter der Pflanze sind nadelartig. In der Reifezeit entstehen blasenartige Fruchtkapseln, die dunkle Samenkörner beinhalten. Im Zierpflanzenbau spricht man auch häufig von der „Jungfer im Grünen“.

Geschichte
Schon in der Antike war Schwarzkümmelöl als sehr hochwertiges Öl bekannt. So fand man ein Fläschchen des Öls zum Beispiel im Grab des berühmten Pharaos Tutanchamun. Auch der ägyptischen Königin Nofretete soll das Öl als geheimes Kosmetikmittel zu Schönheit und Vitalität verholfen haben. Die Samen des Schwarzkümmels wurden früher häufig auch in Brotteig verwendet. Noch heute ist der Schwarzkümmel besonders im Mittelmeerraum angesiedelt. Auch hierzulande sind die Bedingungen zum Gedeihen der Pflanze optimal. Archivaufzeichnungen belegen, dass zwischen 1900 und 1930 auch in Deutschland 30 Hektar Land zur Ölgewinnung aus Schwarzkümmel genutzt wurden.

Herstellung
Die Samen des Schwarzkümmels werden frisch geerntet. Beim Zerreiben erinnert der Geruch des Schwarzkümmels an das Aroma von Erdbeeren. Mit einem Mähdrescher werden die Samen gegen Ende September geerntet. Pro Hektar können 300 Kilogramm Schwarzkümmelsamen gewonnen werden. Daraus ergibt sich ein Ölertrag von gerade mal 60 bis 80 Litern. Unmittelbar nach der Ernte werden die Samen mithilfe der Kaltpressung weiter verarbeitet.

Inhaltsstoffe
Das Fettsäurenmuster von Schwarzkümmelöl lässt sich mit dem des Sonnenblumenöls vergleichen. Es beinhaltet zu 50 bis 60 Prozent Linolsäure und zu 20 bis 25 Prozent Ölsäure. Die seltene Alpha-Linolensäure ist in diesem Öl immerhin zu einem Prozent enthalten. Das Schwarzkümmelöl besitzt sehr viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Weiterhin ist der Wirkstoff Nigellon enthalten, welcher eine schleimlösende, gefäßerweiternde Wirkung haben soll.

Riecht man an dem Öl, kann man durchaus die beachtliche Menge an ätherischen Ölen wahrnehmen, welche sich im Öl verbergen. 0,5 bis ein Prozent ätherische Öle schützen das Schwarzkümmelöl davor, schnell ranzig zu werden. Bei kühler und gut verschlossener Lagerung hält sich dieses etwa 1 Jahr.

Durch die Kombination der ätherischen Öle mit dem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren erhält das Öl immunregulierende Eigenschaften und kann somit bei allgemeiner Abwehrschwäche helfen.

Verwendung
Aufgrund des sehr kräftigen Geschmacks des Öls wird es seltener als Speiseöl angewendet. Ein besonders hoher Stellenwert wird dem Öl allerdings in der Pflanzenheilkunde zugesprochen. Durch den gewöhnungsbedürftigen Geruch des Öls wird empfohlen, dieses für die Hautpflege mit anderen Ölen zu mischen.

Bei innerer Anwendung sollten Sie das Schwarzkümmelöl höchstens 12 bis 16 Wochen einnehmen und anschließend eine Pause einlegen. An Speisen empfiehlt es sich, dass Öl mit anderen wohlschmeckenden Speiseölen oder mit Honig zu kombinieren. Dabei sollte man das Öl immer erst nach dem Garen der Speisen hinzufügen, da es nicht erhitzt werden sollte.

Kaufberatung
Das Schwarzkümmelöl besitzt eine rötliche bis dunkelbraune Färbung. Gewonnen wird es aus den kostbaren Samen des Schwarzkümmels. Achten Sie darauf, nur Öl aus erster Kaltpressung zu kaufen. Häufig ist das Öl nur in Reformhäusern und Apotheken erhältlich. Wichtig ist, dass Sie ein reines Öl kaufen. Besonders bei großen Abfüllungen, welche zu geringen Preisen angeboten werden, bekommen Sie häufig ein Ölgemisch. Gesetzlich ist eine Beimischung von Fremdölen bis zu einem bestimmten Maß erlaubt ohne dass dies explizit vermerkt werden muss. Seien Sie also skeptisch, wenn das Öl besonders günstig angeboten wird.

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Quellen:

Braunschweig, R.v. (2007). Pflanzenöle: Qualität, Anwendung und Wirkung (3. überarbeitete Auflage 2010). Wiggensbach: Stadelmann Verlag

Hartmann, M. (2008). Öle: natürlich kaltgepresst. Basiswissen & Rezepte. Weil der Stadt: Walter Hädecke Verlag

Ulmer, G.A. (1996). Heilende Öle. Pflanzenöle als Nahrungs- und Heilmittel. Neue Erkenntnisse. Tuningen: Günter Albert Ulmer Verlag.

Titelbild: Renate Franke / pixelio.de

Nachtkerzenöl

Pflanzenherkunft
Die krautige Pflanze ist den Nachtkerzengewächsen zugehörig. Die Blüten bestehen aus großen gelblichen Kelchblättern, welche einen intensiven Geruch verbreiten. Vorwiegend in den Abendstunden öffnen sich die Blüten innerhalb weniger Minuten in ihrer vollen Pracht. Bereits am nächsten Mittag sind die meisten Blüten wieder verblüht. Bestäubt werden die Blüten durch Nachtschwärmer, die den Pflanzen auch ihren Namen verleihen.

Geschichte
Beheimatet ist die Nachtkerze ursprünglich in Nordamerika. Dort gibt es mehr als 200 Arten dieses Gewächses. Bereits im 17. Jahrhundert besiedelte die Pflanze auch Europa, wo sie an Böschungen, in Gärten oder auf Ödland wächst. Zunächst nur als Wildpflanze bekannte, lernte man die Nachtkerze im 18. Jahrhundert auch als Küchenpflanze schätzen. Vorerst wurden aber eher die Wurzeln verwendet.

Herstellung
Die etwa 1,50 Meter hoch wachsende Pflanze blüht nur für 24 Stunden. Die Früchte, welche aus den befruchteten Blüten hervorgehen, tragen circa 200 Samen. Diese Samen dienen zur Herstellung des kostbaren Nachtkerzenöls und beinhalten 15 bis 30 Prozent Öl. Für ein Gramm Nachtkerzenöl sind ganze 10.000 Samen notwendig. Die Samen werden gewaschen, getrocknet und dann ausgepresst. Durch die Vermeidung von Wärmezufuhr bleiben alle Inhaltsstoffe im Öl enthalten und machen es zu einem besonders hochwertigen Öl.

Inhaltsstoffe
Das Öl ist eine goldgelbe und klare Substanz. Zusammengesetzt ist das Öl aus 27 Prozent Alpha-Linolsäure, 30 Prozent Beta-Linolsäure, 8 Prozent Gamma-Linolensäure und 24 Prozent Ölsäure. Vor allem der im Vergleich zu anderen Ölen sehr hohe Anteil an Gamma-Linolensäure macht das Öl besonders wertvoll. Für gewöhnlich ist der menschliche Körper dazu in der Lage, selbst Gamma-Linolensäure zu bilden. Es gibt aber auch Menschen, beispielsweise Neurodermitiker, bei denen diese Funktion gestört ist. Gesättigte Fettsäuren sind hingegen nur in sehr geringem Maße in diesem Öl enthalten.

Anwendung und Lagerung
Anwendung findet das Nachtkerzenöl vor allem bei Hautbeschwerden. Bereits nordamerikanische Algonquin-Indianer erkannten die regulierende Wirkung des Öls auf Hauterkrankungen. Eine ähnliche Zusammensetzung wie die des Nachtkerzenöls lässt sich auch bei Borretschsamenöl und Johannisbeersamenöl finden.
Besonders viele wertvolle Inhaltsstoffe soll ein Gemisch aus Nachtkerzenöl, Borretschöl und Vitamin E enthalten.

Durch den starken Eigengeschmack des Öls empfiehlt es sich nicht als alleinige Zugabe an Salaten. Mischen Sie das Öl am Besten mit einem neutraleren Öl, um trotzdem von den wertvollen Inhaltsstoffen des Öls zu profitieren. Es darf dabei unter keinen Umständen erhitzt werden. Der sehr hohe Vitamingehalt und die vielen sekundären Pflanzenstoffe des Öls würden sonst stark beeinträchtigt.

In jedem Fall sollte das Nachtkerzenöl schnellstmöglich aufgebraucht werden. Bewahren Sie das Öl verschlossen an einem kühlen Ort maximal neun Monate auf.

Kaufberatung
Das Nachtkerzenöl weist einen arttypischen, eher gewöhnungsbedürftigen Geschmack auf. Es ist nur für kurze Zeit haltbar und wird daher häufig in kleinen Kapseln angeboten. So kann das wertvolle Öl bestens dosiert werden. Erhältlich sind die Fertigpräparate in Apotheken, Reformhäusern oder Naturkostläden.

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Quellen:

Ulmer, G.A. (1996). Heilende Öle. Pflanzenöle als Nahrungs- und Heilmittel. Neue Erkenntnisse. Tuningen: Günter Albert Ulmer Verlag.

Löw, H. (2003). Pflanzenöle. Anbau und Verarbeitung der gängigen Ölpflanzen. Herstellung von Spezial- und Gewürzölen. Graz: Leopold Stocker Verlag

Hartmann, M. (2008). Öle: Natürlich kaltgepresst. Basiswissen & Rezepte. Weil der Stadt: Walter Hädecke Verlag

Titelbild: Rosel Eckstein / pixelio.de